Katzengrubers Kommentare

Das Gehirn ist kein Computer

24.06.2019

Ein ungeübtes Gehirn ist schädlicher für die Gesundheit als ein ungeübter Körper (George Bernard Shaw)

In vielen populärwissenschaftlichen Büchern wird das Gehirn mit einem Computer verglichen, den man einfach umprogrammieren muss, damit er andere Ergebnisse erzeugt. Diese metaphorische Analogie ist so plakativ wie sie falsch ist, auch wenn sie gut klingt. Damit stelle ich mich in Widerspruch zu vielen populären Meinungen, die seit Jahrzehnten in unzähligen Ratgebern zu finden sind. Allerdings bin ich mit dieser Meinung nicht alleine, da kein seriöser Gehirnforscher oder Neurowissenschaftler diesen Vergleich zulässig fände. Allein schon die Architektur unseres Gehirns ist nicht mit der eines Computers vergleichbar. Führende Neurowissenschaftler sind der Meinung, dass man die Funktionsweise des Gehirns und die eines Computers gar nicht im selben Satz erwähnen dürfte.  Im Gehirn gibt es keine Prozessoren, stattdessen neuronale Netzwerke, die wesentlich weniger Energie benötigen als ein Computer. Trotzdem ist das Gehirn das energieintensivste Organ in unserem Körper. Man könnte das Gehirn als egoistisch bezeichnen, denn es holt sich als erstes Organ die notwendige Energie, erst dann werden die anderen Organe versorgt. Dabei erzeugt es zwischen zwanzig und dreißig Watt, also gerade genug, um eine schwache Glühbirne zum Leuchten zu bringen. Mit diesem geringen Energieaufwand ist es in der Lage Myriaden von Verbindungen zu schaffen und Informationen in neuronalen Netzwerken zu verteilen. Auch ein weiterer Fakt, warum das Gehirn nur schwerlich mit einem Computer vergleichbar ist, denn ein Computer benötigt im Vergleich dazu enorm viel Energie. Das Faszinierende an unserem Gehirn ist die Selbstregulation von Informationen, die es verarbeiten kann. Dies mag auch ein Grund dafür sein, dass wir den größten Teil unseres Lebens unbewusst und daher in festgelegten Routinen agieren. Wir wissen heute, dass unser kulturelles Erbe Spuren in unserem Gehirn hinterlassen hat. Werte und Glaubenssätze, Verhaltensweise und Einstellungen sind nicht nur auf Basis unserer Erfahrung entstanden, sondern können transgenerational übertragen werden. Die junge Wissenschaft der Epigenetik könnte dazu neue Erkenntnisse beitragen. Wenn Sie also das nächste mal hören oder lesen, dass Ihr Gehirn nur neu programmiert werden soll, formatieren Sie die Festplatte des Informationsgebers bitte neu.

Herzlichst, Ihr

Werner Katzengruber

48. Werte Forum – „Werte und Disruption: Rasanter Wandel vom Rheinischen Kapitalismus zur digitalen Marktwirtschaft?“ mit einem Kommentar von Werner Katzengruber

15.05.2018

Zum 48. Werte Forum trafen sich Führungskräfte aus verschiedenen Branchen im Kanzlerbungalow in Bonn und diskutierten zu dem Thema „Digitalisierung“. In einer digitalen und disruptiven Welt ändern sich die Anforderungen an Führungskräfte und Mitarbeiter. Um die digitale Transformation erfolgreich zu überstehen, müssen Kompetenzen, Werte und Einstellungen überdacht und weiterentwickelt werden. Das Werte Forum bot hierfür einmal mehr eine sehr gute Gelegenheit für einen vielfältigen und interessanten Austausch.

Hören Sie hierzu im nachfolgenden Video unter anderem einen Kommentar von Werner Katzengruber.

https://youtu.be/H_GMw5JFa0I

BVD – Das Rad der Zeit

10.06.2017

Werner Katzengruber, der Experte für Persönlichkeitsentwicklung, gab auf den BVD Fortbildungstagen 2017 einen Ausblick auf den Arbeitsmarkt der Zukunft: Durch die fortschreitende digitale Mobilität werden die bisher etablierten Arbeitsstrukturen aufgelöst. Ganze Berufsbereiche werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verschwinden, an deren Stelle neue Berufsbilder und vor allem veränderte Erwartungen der Arbeitnehmer treten. Wollen Unternehmen diese neue Situation meistern, sollten sie sich schon jetzt mit den Trends zu Vertrauensarbeitszeiten und Möglichkeiten für Homeoffice-Angebote auseinandersetzen. Damit entließen die Fortbildungstage des BVD 2017 ihre Teilnehmer mit einer eindringlichen Botschaft: Um in sich verändernden Arbeitswelten zu bestehen, müssen mit Flexibilität und Weitblick Trends erkannt und der eigene Wissensschatz stetig erweitert werden.